29.06.2019 / 23. Lippische Berglandfahrt / Lemgo

Bereits 1979 fand in Lemgo das erste Oldtimertreffen statt. Damals war der Anlaß der 50. Geburtstag des AC Lemgo, der nämlich 1929 gegründet wurde. Es entstand die Tradtion der „Lippischen Berglandfahrt“ die zu den Hochzeiten des Automobilsports als Bestzeitrallye ausgetragen wurde. In den letzten Jahren fand die Veranstaltung nur alle 2 Jahre statt. 2019 gibt es nun aber ein Doppeljubiläum, und das wird auch mit einer „Zwischenauflage“ der Berglandfahrt begangen. 90 Jahre AC Lemgo und 40 Jahre Oldtimerveranstaltungen.

29.06.2019 23. Lippische Berglandfahrt Historic
Veranstalter: Automobilclub Lemgo e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nachdem die Lemgoer in den vergangen Jahren am Tag der Veranstaltung eher nicht so gutes Wetter hatten, gab es dieses Mal eine Hitzeschlacht. Temperaturen deutlich über 30 Grad sorgten für Herausforderungen bei Mensch und Maschine. Bei diesem schönen Wetter konnte auch schon zum Frühstück im Rallyelokal „Im Borke“ die Terrasse im Garten genutzt werden.

Auch im Jubiläumsjahr wurde auf das bewährte Grundkonzept zurückgegriffen. In der touristischen Klasse bedeutet dies die Fahrt nach Kartenaufgaben (keine Chinesen) sowie insgesamt 6 Wertungsprüfungen (davon 2mal mit mehreren Lichtschranken). Analog zu den Vorjahren und ähnlich konzipierten Veranstaltung kam den Zeitprüfungen somit erwartbar eine hohe Bedeutung zu. Die Orientierungsaufgaben sind in einem solchen „Mix“ hingegen zumeist eher einfach und gut erkennbar, sofern man keine selbstverschuldeten Ausfälle produziert…

Tatsächlich wirkten die Karten mal wieder einfacher, als es dann in der Praxis wirklich aussah. Kartenbild und Natur wichen aus Beifahrersicht immer wieder deutlich ab. So wurde aus einer Kreuzung ein T-Stück oder kleine Nebenwege wirkten deutlich größer als die Hauptstraße, etc. Die vom Veranstalter eingebauten „Fallen“ waren zudem doch etwas trickreicher ausgefallen als erwartet. Und auch bei den ZK´s sowie den WP´s musste man aufpassen. Denn gerade die Ziellichtschranken waren nicht immer so ganz einfach zu finden.

Ab 10 Uhr erfolgte der Start mit dem ersten Fahrzeug zur Vormittagsetappe in Richtung Weser direkt mit einer Doppel-WP. An einem alten Kieswerk musste ein Werksgebäude in 30 Sekunden umrundet werden. Schotter und Sand sorgten hier für entsprechende Staubwolken und echtes Rallye-Feeling. Beim Umfahren des Gebäudes musste man nämlich durchaus Gas geben. Gleich danach die erste retuschierte Ecke, für uns ganz offensichtlich, sie wurde aber trotzdem von dem ein oder anderen Teilnehmer übersehen.

In die Baumaffen hat der AC Lemgo übrigens investiert und komplett neue Schilder in der Dimension 40 x 40 angeschafft. Die konnte man eigentlich wirklich (fast)  nicht übersehen. Es sei denn, sie stecken z.B. in einer Obstkiste 🙂

Im Gewerbegebiet Hollwiesen musste man die kürzeste Strecke finden. An einer Unterführung stand jedoch ein etwas merkwürdiges (?) blaues Schild. Rund und rot heißt Verbot. Aber auch hier durfte man nicht einfahren. Mit einer Stempelkontrolle wurde die korrekte Lösung überwacht.

Im Laufe der Fahrt stellte sich heraus, dass jeweils kurz vor einer ZK noch einmal eine Stempelkontrolle aufgebaut war. Bei ZK 1 war das noch nicht klar. Man wartete in der Schlange der Teilnehmer vor einem Schild… und wartete. Nachdem die Zielzeit immer näher kam, schaute man doch einmal genauer hin… Ups, das war gar nicht die ZK, das war erst eine DK! Also schnell schnell den Stempel geholt und die nachfolgende Zeituhr angefahren. Der Posten an dieser Stelle hatte ein eigenwilliges Verständnis der Regularien und wollte in die Bordkarte die nächste volle Minute eintragen. Dies hätte für uns schon mal einen Strafpunkt bedeutet, obwohl wir ganz korrekt eingefahren waren. Große Aufregung und hitzige Diskussionen. Im Nachhinein zeigte sich, dass auch andere Teilnehmer hier ähnliche Erfahrungen machten mussten. Aufregend ging es weiter. In der WP 2 musste eine Lichtschranke doppelt nach 1:00 bzw. 1:20 Minuten angefahren werden. Da hier nur eine Lichtschranke genutzt wurde, gab es Teilnehmergegenverkehr auch in der Lichtschranke. Also zwei Teilnehmer versuchten gleichzeitig von beiden Richtungen die Zeit zu treffen. Wir hatten dieses Problem nicht, dafür aber leichte Orientierungsprobleme auf dem Parkplatz und mussten dann etwas kurbeln, um wieder auf die richtige Strecken zu kommen. Der Rallye-Bolide hat einen Wendekreis von gefühlten 20 Metern. Rallyebereifung mit Lenkeinschlagbegrenzung ist vielleicht doch eher was für die Rundstrecke… 🙂

Nächster Aufreger in WP 3. Hier stand das gelbe Schild so gerade noch erkennbar in einem Wirtschaftsweg, der in den Wald führte. Laut Kartenbild wäre eher ein Parkplatz o.ä. an der Straße erwartbar gewesen. An dieser Stelle sind die Teilnehmer wohl reihenweise dran vorbei gefahren.

Zur Mittagspause war man dann nicht nur wegen der Temperaturen schon halbgar und durchgeschwitzt. Gerade die aus unserer Sicht knappen Sollzeiten für die ZK´s kombiniert mit dem alten Kartenmaterial und einigen Orientierungsproblemen sorgten doch für zusätzlich erhöhte Betriebstemperatur im Beifahrer-Hirn (sitzt ja bekanntlich rechts).

Die Nachmittagsetappe führte dann in einer weiteren Schleife durch das lippische Bergland. Auch hier eine weitgehend sehr schöne Streckenführung und tolle kleine Straßen. Und auch bei ZK 4 / WP 5 hatten wir wieder Orientierungsprobleme, diese überhaupt zu finden. Man musste dafür nämlich in eine Straße fahren, die mit Baustellenabsperrungen und einem Sackgassenschild versehen war.

Letztes Highlight auf der Strecke war dann im Gewerbegebiet Lieme eine 30/60-Nullzeitprüfung. Auch diese lag ziemlich versteckt. Und obwohl diese WP-Form aktuell immer beliebter wird bei den Veranstaltern konnten auch dieses Mal einige Teilnehmer damit recht wenig anfangen…  Besonders tricky war dann im direkten Anschluss noch eine Überlappung eingebaut, zwischen Karte und Ausschnittvergrößerung. So kurz vor Schluss und weil es sonst überhaupt keine Überlappungen gab, wurde diese gerne übersehen.

Zieleinfahrt dann in der Lemgoer Altstadt mit wirklich sehr sachkundiger und unterhaltsamer Vorstellung der Fahrzeuge. Anschließend konnte man sich im Abteigarten etwas mit kühlen Getränken erfrischen und auch das Fahrzeug im Schatten parken. Durch die Kombination mit dem Strohsemmelfest gibt es hier immer viele Zuschauer und eine ganz schöne Atmosphäre.

Zurück „Im Borke“ wurde Punkt 18:34 Uhr das Grillbuffet eröffnet. Bei dem Wetter wirklich eine schöne Sache. Musterbordkarten und erste Zeiten hingen auch sehr früh. Leider hatten nicht nur wir an der ZK 1 bzw. WP 2 einige Diskussionen gehabt und so wurde am Ende die gesamte WP 2 mit den beiden Messungen komplett neutralisiert. Auch gab es für alle Teilnehmer pauschal 5 Bonus-Minuten bei den ZK´s, sozusagen als Sonder-Karenz. Wenn man genau an diesen Stellen gut unterwegs war, ist man dann doch etwas gekniffen. Die Ergebnislisten wurden somit an einigen Stellen noch einmal durcheinander gewirbelt.

Am Ende kam es, nicht ganz wie zu Beginn erwartet, neben den Zeitprüfungen doch auch auf die Orientierungsaufgaben an. Eigentlich kaum zu glauben, dass wir in der touristischen Klasse die Einzigen waren, die hier Null Fehler hatten. Somit konnten wir, ähnlich wie in Ahaus, nicht ganz so prickelnde Zeiten ausgleichen und uns den ersten Gesamtsieg sichern. Wow, Hitzeschlacht erfolgreich überstanden.

Fazit: Auch im Jubiläumsjahr eine gut organisierte Veranstaltung mit freundlicher Atmosphäre und wunderschöner Streckenführung, wobei der Name „Bergland-Fahrt“ Programm ist.  Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen etwas kürzere Strecke, was aber sehr positiv auffällt (keine 7 bis 23 Uhr Veranstaltung). Der adjustierte Aufgabenmix mit etwas anspruchsvolleren Kartenaufgaben hat uns sehr gut gefallen. Bitte beibehalten!

Vom neuen Sponsor „Dampf-Tec“ wurde ein Gutschein verlost für eine komplette Fahrzeugaufbereitung. Wie wir gehört haben, wurde ein „lohnendes“ Objekt gefunden. Wir sind dann gespannt auf die Ergebnisse 🙂 🙂 🙂

15.06.2019 / Classic Rallye / Ahaus

Im vierten Durchgang hat sich die Classic Rallye Ahaus bereits als „Klassiker“ etablieren können. Davon zeugt auch die Berücksichtigung in gleich drei Cup-Wertungen.

15.06.2019 Internationale Barock-Classic Rallye Ahaus
Veranstalter: Automobilclub Ahaus e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Start und Ziel verteilen sich auf das wunderschöne Ambiente am Barockschloss sowie das „Kulturquadrat“, eine Art sehr modernes Bürgerhaus. Mit knapp 65 Teilnehmern gab es nicht ganz so viele Teilnehmer wie bei anderen Veranstaltungen dieses Jahr. Davon waren immerhin 20 in der anspruchsvolleren sportlichen Klasse angemeldet. In unserer touristischen Klasse 9 gab es ganze 19 Starter, also ca. 1/3 der Nennungen waren touristisch aus den Jahren 1971 bis 1980.

Zurück zum Start am Schloss. Hier bekam man 15 Minuten vor der Startzeit die Fahrtunterlagen. Bereits bei der Fahrerbesprechung gab es vorher einige Hinweise und Tipps…. Fahraufträge nach Karte und Chinesen, Überlappungen können vorkommen, es gilt den ganzen Tag Einbahnstraßenprinzip, Baumaffen können auch links stehen… Kreuzen ist erlaubt! Die Fahrunterlagen sind sehr ausführlich und geben Anfängern so eine Menge Hinweise, ein bisschen kann man aber auch den Überblick verlieren.

Vom Schlossgarten geht es durch den Torbogen zu ersten Sollzeitprüfung mit 8 Sekunden. Auch danach sitzt einem die Zeit im Nacken. Keine langen Etappen, sondern knackige Abschnitte von bis zu 60 Minuten erwarten einen. Die Kombination von Ori, ZK und eingestreuten GLP ist sehr abwechslungsreich. Man muss sich aber auch gut konzentrieren. Lange überlegen ist nicht – Sonst gibt es die Strafe an der ZK …!

Im Unterschied zu anderen Oldtimer-Rallyes werden die Sollzeitprüfungen in Ahaus nicht als „10-30 Sekunden-Prüfung“ auf einem Parkplatz ausgetragen, sondern auf öffentlichen Straßen, die zumeist recht eng sind. Die Sollzeit beträgt dann z.B. 3 Minuten 15 oder 7 Minuten 20. Das bringt Spannung, denn man kann sich in der GLP auch verfahren! Oder vor einem fahren andere Teilnehmer, die es sehr gemütlich angehen lassen und somit die Strecke blockieren. Dazu kommen dann noch die üblichen Verdächtigen: Trecker, riesige Landmaschinen, Müllwagen, Postboten, Jogger, Fahrradfahren, Hunde, Pferde, …. Zum Glück waren die Anrainer auch in Ahaus dem Oldtimerwesen durchweg sehr positiv gesonnen.

Aufregend war auch die Streckenführung über kleine und kleinste Straßen im Münsterland, es gab sogar einige längere Passagen über Schotter. Da wurde das alte Rallye-Feeling geweckt 🙂 Aber es gab auch sehr ländliche Szenen, die man dank Überlappung zweimal passieren konnte…

Bisher war ich immer etwas skeptisch, wenn Bekannte über „stehen gebliebene“ Stoppuhren in GLP´s berichtet haben. Jetzt ist es uns selber passiert. Beim Start zur GLP 3 zeigte der Talking Timer beim Drücken auf „Start“ plötzlich einfach wieder 0:00:00 an, statt los zu zählen. Verdammt. Zudem musste man die 3 Minuten 15 in einem Gewerbegebiet fahren, wo die Streckenführung nicht 100% klar war und auch noch Baumaffen lauerten. Total versiebt haben wir es nicht, aber über 3 Strafpunkte an einer an sich „einfachen“ GLP sind natürlich schon übel, wenn man vorne mitfahren will. Diese Talking Timer sind Fluch und Segen zugleich: Einfach zu bedienen, sprechen schön die Zeit, aber leider auch sehr anfällig und die Batterien gehen schnell leer, da es keinen An-Aus-Schalter gibt. Wir haben uns daher vorgenommen, verstärkt auf unseren technischen Neuzugang im Cockpit zu setzen: den Rallye Timer von Christian Huber. Der spricht auch schön laut, ist aber nicht ganz so einfach zu bedienen. Also ab jetzt üben.

Die Mittagspause war wiederum im Autohaus Voss in Rosendahl. Man konnte sich die Zeit vertreiben und die umfangreiche Privatsammlung bestaunen. Nicht nur allerlei seltene Oldtimer gab es zu sehen, sondern auch die passenden Devotionalien mit Zeitkolorit.

Leider sind dieses Jahr verstärkt „nölige“ Teilnehmer aufgefallen, gerade in der sportlichen Klasse. Sportlich sollte ja auch das Verhalten bei einer Rallye sein. Stattdessen hat man immer Recht und wenn es mal nicht so läuft, sind die anderen Schuld, man selber aber natürlich nicht. Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose!  Ich finde: gerade die Teilnehmer der sportlichen Kategorie, aber natürlich nicht nur die, sollten in jeder Hinsicht ein Vorbild sein. Dazu zählt auch, in der Schlange von ZK´s oder bei GLP´s andere Teilnehmer nicht zu behindern und umsichtig zu agieren. Leider kann man auch diesbezüglich immer wieder „Ausfälle“ beobachten. Nun wurde auch an dieser Stelle immer wieder über grenzwertige Auswertungsprozeduren berichtet (gilt nicht für Ahaus!), es kann aber auch nicht sein, dass man als Teilnehmer bei nicht genehmen Ergebnissen sich quasi nach oben klagen will und dazu alle möglichen Regelungen in den Ausschreibungen hinterfragt oder in Zweifel zieht. Gerade wer schon 200+ Pokale zuhause stehen hat, sollte doch ein wenig über den Dingen stehen können.

Stichwort Pokale: Beim Eintreffen im Kulturquadrat hingen schon gegen 17 Uhr die ersten GLP-Ergebnisse und kurz danach auch die Musterbordkarten. Wie wir es schon erwartet hatten, zeigte sich der Abwechslungsreichtum der Veranstaltung auch bei den Ergebnissen. Es kam auf die Ori-Aufgaben genauso an wie auf die GLP und die ZK! Auch bei den Touristen hatte kaum ein Team null Fehler in der Bordkarte… es blieb also bis zum Schluss spannend. Da wurde es noch mal knapp… aufgrund unserer Null-Fehler-Strategie in der Bordkarte konnten wir die versemmelte GLP ausgleichen und so noch den ersten Platz in der Klasse und den zweiten Platz Gesamt Touristisch erreichen. Den touristischen Gesamtsieg erfuhren sich Bez/Bez mit Enkel, ganz alte Hasen, auch in einem BMW 02.

Fazit: Ambiente, Organisation und Verpflegung top. Auch in der touristischen Klasse wird Fahrer und Beifahrer in den Aufgaben einiges geboten, so dass echtes Rallyefeeling aufkommt. Auch in den Details stimmig gemacht. Der Weg ins westliche Münsterland lohnt sich also!

Cup-Wertungen

Stell´ Dir vor, Du interessierst Dich für Fußball. Jedes Wochenende finden die Bundesligaspiele statt. Es gibt Siege, Niederlagen und Unentschieden. Die einzelnen Ergebnisse kannst Du in Erfahrung bringen. Es gibt auch eine Bundesliga-Tabelle. Diese wird vom DFB aber nicht veröffentlicht! Warum …? Ähm, tja, weis man nicht.. zu wenig Personal? Andere Dinge zu tun?

So ähnlich (er-)geht es den Rallyeteilnehmern beim Classic Revival Pokal und Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe derzeit.

Classic Revival Pokal:
1. Lauf am 06.04.19, bisher 8 Veranstaltungen durchgeführt, davon lediglich 2 veröffentlicht, aktueller Stand datiert vom 13.04. (2 Monate alt). Lt. Eintrag vom 17.4. soll(te) eine Aktualisierung „im Mai“ erfolgen. Welches Jahr wohl gemeint ist?

Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe:
1. Lauf am 13.04.19, bisher 4 Veranstaltungen durchgeführt (mit Buschkamp sind es 5), bisher nichts veröffentlicht. Keine Reaktion auf Anfragen per EMail.

10.06.2019 / Oldtimer Treffen Buschkamp / Bielefeld

Auf historischen Spuren unterwegs…

http://www.owl-journal.de/unglaublich-rasant-das-teutoburger-wald-rennen/

10.06.2019 Oldtimer Treffen Buschkamp inkl. Touristische Oldtimerfahrt für Automobile
Veranstalter: AC Bielefeld e.V. im ADAC.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Das Oldtimertreffen Buschkamp zählt zwar auch als Lauf zum touristischen ADAC Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe, es ist aber eher ein Happening, als eine klassische Rallye. Am Museumshof in Bielefeld-Sennestadt herrscht Volksfeststimmung, es gibt Musik, Getränkestände, Leckeres vom Grill und viele schöne alte Autos zum Kucken.

Die Veranstaltung beginnt recht spät am Pfingstmontag mit dem Oldtimerbuffet für die Teilnehmer im Fahrerlager, einer alten Relaisstation am historischen Weg über den Teuto. Da das Restaurant im Museumshof auch sonst für gehobene Kulinarik mit Unterhaltungswert bekannt ist, kann auch das Oldtimerbuffet überzeugen. Klasse gemacht mit westfälischem Einschlag. Dann konnten wir uns die Zeit bis zu unserem Start um 13.40 Uhr noch ein wenig bei Benzingesprächen und dem ein oder anderen Wein vertreiben.

Aber obacht, nicht zu sehr der Entspannung verfallen, denn die Rallye will ja auch noch gemeistert werden. Los geht es mit einer 10 Sekundenprüfung auf wirklich sehr kurze Distanz (20 Meter) vor Publikum und auf Kopfsteinpflaster. Gar nicht mal so einfach. Danach ca. 2 Stunden durch die Senne nach Karte mit roten Linien sowie einmal zur Abwechslung auch per Chinesenrallye. Sehr schöne Streckenführung, zum Teil auf kleinsten Wegen und an einer Stelle auch über Schotter.

Die Baumaffen sind auch historisch und recht klein, man muss also durchaus hoch konzentriert sein. Letztes Jahr hatten wir einen etwas versteckten Affen auf einem Werbeschild übersehen und konnten dann in der Wertung über ein „unter ferner liefen“ nicht mehr hinaus kommen. Das sollte dieses Jahr anders laufen!

Ebenfalls wie im Vorjahr die zweite Zeitprüfung am Flugplatz Oerlinghausen. Auch hier bei tollem Wetter viel Publikum. Während wir auf den Start warteten, konnte ein Doppeldecker (ca. 1. Weltkrieg) bei seinen atemberaubenden Pirouetten am Himmel beobachtet werden. Cool. Hier am Flughafen war dieses Mal der „trickreiche“ Chinese angebracht. Im ganzen Gewühl konnte man die „11“ am Strassenrand wohl gerne übersehen, zumal diese Stelle zweimal angefahren wurde.

Kurz vor dem Ziel noch eine Stempelkontrolle und dann war doch tatsächlich noch ein Kästchen frei auf der Bordkarte… Hatten wir doch wieder eine Kontrolle übersehen?? Nein, nach kurzer Zeit Entwarnung, ein Schild hing noch bis zum Ziel, damit Eigen-Anspruch erst einmal erfüllt.

Leider waren unsere Zeiten eher mau. Für den fünften Platz in der Klasse und einen Pokal  hat es dennoch gereicht. Und viel Spass hatten wir sowieso!

Fazit: Tolles Oldtimer-Event in einem stimmigen Gesamt-Konzept. Gerade Anfänger können hier für relativ kleines Geld einen schönen Einstieg finden. Die Ergebnisse sind am Ende sehr knapp, es braucht Null Fehler in der Bordkarte und sehr gute Zeiten.

08.06.2019 / Hagen Klassik / Hagen

Bei unserer erstmaligen Teilnahme an der Hagen Klassik 2018 (Bericht hier http://amc-arnsberg.org/?p=2295 zeigte sich eine uns ungewohnte Kombination aus Oldtimerwandern (keine Baumaffen!) und anspruchsvollen Zeitaufgaben, die zum Teil auch sehr exotisch ausgestaltet werden (Sollzeit 1,5 Sekunden). Relativ gruselig waren Auswertung und Siegerehrung am sehr späten Abend, eher vorbildlich die vorab im Internet verfügbaren Informationen, die schon einen Beifahrerlehrgang-Charakter hatten (leider werden diese nicht mehr weiter geführt)
Nachdem im Nachgang zur 2018er Auflage viele / sehr viele Beteiligte „verloren gingen“, wurde für 2019 eine erneute Neu-Auflage erwartet bzw. angekündigt: Einfachere Start-Ziel-Sollzeitprüfungen und Fahraufträge wieder nur nach Chinesen, dieses Mal aber durchaus mit Anspruch. Denn auch mit Chinesen kann der Fahrtleiter ja so allerlei Schabernack treiben und die Teilnehmer in Fallen locken. Stichwort Bauminseln oder Kreisverkehre 🙂 Geblieben ist das Rallye-Zentrum in der Mensa der Fernuni.

Apropos Schabernack: Im Vorfeld verwirrt die Fahrtleitung schon einmal mit einem online gestellten Bulletin, betreffend die Referenzstrecke für die Kilometrierung im Bordbuch (Aufgaben nach kilometrierten Chinesen):

„Die gesamte Kilometrierung der Strecke im Bordbuch entspricht der Kalibrierung der ehemaligen VDO-Teststrecke, die sich im Bereich der Feldmühlenstraße 9 in 58099 Hagen befindet und links und rechts am Bordstein gekennzeichnet ist. Sie befahren diese Strecke zwischen den Zeichen 27 und 30 im Bordbuch 1.“

Was soll einem das sagen? Erfahrungsbasiert erwartet man hier doch im Verlauf der Aufgaben eine oder mehrere Fallen. Was ist die ehemalige VDO-Kalibrierung? Ist die ggf. besonders exotisch? Nur wenige Teilnehmer haben die Meßstrecke dann wohl tatsächlich abgefahren so wie wir. Das sollte auf die Ergebnisse auch nur geringe Auswirkungen haben. Tatsächlich war aber das Roadbook wirklich sehr präzise beschrieben: die Distanzen stimmten exakt auf 10 Meter genau.

08.06.2019 35. Hagen Klassik
Veranstalter: Hagener Automobil Club e.V.
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nach dem Auswertungschaos im letzten Jahr wurde die Veranstaltung teilweise re-settet und es gab u.a. ein komplett neues Auswertungsteam. Nicht neu waren Start und Ziel an bzw. in der Mensa der Fernuni Hagen, auch wenn morgens die Leiterin des „Freilichtmuseums Hagen“ begrüßt wurde. Tatsächlich war es wohl eher die Rektorin… 🙂

Die knappen Ausführungsbestimmungen kündigten an (Touristische Klasse):
185 km Fahrstrecke, 5:45 Stunden Fahrzeit, nur 3 Abschnitte, 5 Kurz-GLP als Sollzeitmessungen mit Lichtschranken.

Kontrollen sollten als besetzte und unbesetzte Stempelkontrollen vorkommen, sowie als Baumaffen. Glücklicherweise keine Ortseingangsschilder (da hätte man wahrscheinlich 10 Bordkarten mit füllen können an diesem Tag).

Roadbook und Bordkarte gab es erst am Start und los ging es direkt in die erste Kurz-WP auf einem Parkplatz an der Uni. Auch die restlichen Sollzeitprüfungen wurden alle auf abgesperrten Geländen ausgetragen. Die Beschreibungen gab es dazu auf einem gesonderten Blatt und diese waren wirklich vorbildlich dargestellt.

Sehr präzise auch das chinesische Roadbook, welches einen aber zunächst für längere Zeit durch wenig attraktive Städte führte. Hoher Anteil von Ampeln und Tempo 30 Zonen, erst später und am Nachmittag ging es dann durch wunderschöne bergische Landschaften auf zum Teil atemberaubend kleinen Straßen. Der Zustand der Straßen war aber überwiegend grottenschlecht. Investitionsstau Deutschland, aber dafür kann der Veranstalter ja nichts.

Bei den Chinesen hatten wir nach den Vorankündigungen eigentlich diverse Fallen oder Schmakazien erwartet. Bis auf eine Stelle am Vormittag war da aber nichts. Keine Bauminseln, keine Parkplätze. Nothing. Chinese um Chinese wurde an einander gereiht und so zog sich die Strecke doch etwas zäh dahin. Auffällig im Vergleich die zum Teil sehr kurzen Abstände der Kilometrierung, auch an Stellen, wo dies zum Auffinden der Strecke eigentlich nicht erforderlich gewesen wäre. So wurden z.B. 840 Meter geradeaus mit 8 Fahraufträgen dargestellt, wo ein Zeichen ausgereicht hätte. So kann man auch Seiten im Bordbuch füllen.

Für die Mittagspause hatte man die Henrichshütte in Hattingen ausgewählt, heute ein Museum und imposanter Bestandteil der Route Industriekultur.

Weniger beeindruckend, zumindest im positiven Sinne, war der Mittagsimbiss, von Essen möchte man da nicht schreiben. Wie im letzten Jahr (deja vu) gab es Reste von Gemüse als wässrige Suppe mit einem abgezählten Fleischklops, ebenfalls ohne Geschmack. Wie hoch war noch mal das Nenngeld? 149 Euro? Unfassbar. Wie im letzten Jahr begann die Suche nach alternativen Lebensmittelquellen. Zum Glück fand gleichzeitig auf dem Gelände noch ein Ford Mustang-Treffen statt! Dort gab es Getränkestände, Kuchen, aber auch Pommes und leckere Burger! Warum nicht so, liebe Veranstalter?

Ähnlich grenzwertig war die organisatorische Performance rund um die Mittagspause (ZK an und ab). Vorzeit war nicht erlaubt, davon hatten wir aber reichlich. Der Streckenposten wies uns an, schon mal zu Parken und dann zu Fuß am Ziel die Bordkarte abzugeben. Dann könnte man auch direkt Vorzeit erlauben. Leider haben wir dann am Ende hier einen Strafpunkt für zu spätes Eintreffen bekommen, das ist schon ärgerlich. Eine Re-Start-Zeit gab es auch nicht, die musste man sich durch eigenständiges Erfragen und Ausrechnen selber zusammenreimen. Dazu gab es unterschiedliche Aussagen der Posten, die tatsächlich auch keine Zeitliste für den Re-Start hatten. Hier gibt es noch Potenziale.

Wertung und Ergebnisse: 5 SZP und insgesamt 28 Kontrollen auf 185 km. Da musste man schon (fast) alle Stempel und Baumaffen mitnehmen, um vorne mit dabei zu sein. Die Baumaffen waren grundsätzlich gut lesbar, standen aber auch und insbesondere in Orten und waren nicht immer direkt erkennbar (2 davon im Ortskern von Iserlohn recht spät auf der Strecke, davon 1mal von einem parkenden Auto verdeckt). Was man anerkennen muss: inzwischen fahren verdammt viele Teilnehmer extrem gute Zeiten. Auch bei den Touristen. Schön, wenn dann ein „junges Team“ ganz vorne ist und den Gesamtsieg inkl. Leder-Rallye Brett für sich einfahren kann.

Auswertung und Siegerehrung: der Veranstalter hatte sich offenkundig vorgenommen, den großen Schwachpunkt des Vorjahres anzugehen und zu verbessern. Tatsächlich hingen die Ergebnisse sehr früh, wurden nicht 10mal korrigiert und auch die Siegerehrung konnte sehr pünktlich beginnen. Soweit so gut. Allerdings wurden Nachfragen und „Einsprüche“ zu Gunsten des Zeitfaktors eher rustikal behandelt. Wenn z.B. Eintragungen in der Bordkarte teilweise unleserlich geschrieben sind (aufgrund der schlechten Straßen), dann sollte man im Zweifel zu Gunsten der Teilnehmer entscheiden. Gerade wenn eindeutig (!) erkennbar ist, dass das Team die korrekte Strecke gefahren ist und nicht nachträglich korrigiert wurde.

Das Abendessen in der Mensa war gut und reichhaltig. Aber auch hier gilt: für 149 EUR sollten zumindest Wasser und Softgetränke inkludiert sein. Bitte mal in Oelde nachfragen, wie man sowas macht!

Fazit: Ablauf prinzipiell wie 2018, jedoch mit angeglichenem Niveau der Aufgabenstellungen in der touristischen Klasse. Schnelle Auswertung. Nach wie vor passiert aber auf 185 km zu wenig. Reduziert auf vielleicht 120 km und mit deutlich geringerem Nenngeld wäre der Gesamteindruck positiv(er).

Team 02

Schöne Bilder gibt es bei Dr. No.:

https://02er.blogspot.com/2019/06/35-hagen-klassik-2-mal-bmw-02-platz-2.html

Nachtrag: auch bei dieser Veranstaltung zeigte sich, dass der Abstand in der Aufgabenstellung zwischen Touristisch und Sportlich wieder zugenommen hat. Touristisch sehr einfach, es entscheidet sich über einige weniger Zeiten, sportlich hammer-schwer. Das Mittelmaß fehlt (uns zumindest). Dafür sollte es doch mal die tourensportliche Klasse geben?